Regenbogenkatzen

 

An dem Tag an dem wir uns entscheiden eine Samtpfote zu uns zu nehmen schieben wir einen Gedanken nur zu verständlich erst einmal Beiseite .

Wir wünschen uns eine möglichst lange und unbeschwerte gemeinsame Zeit, eine Zeit ohne Sorgen und ohne Kummer . Wenn wir Glück haben müssen wir nur einmal im Jahr zum Tierarzt fahren um den jährlichen Gesundheitscheck durchführen zu lassen - und auch sehr oft geht alles sehr lange gut .  

Aber irgendwann kommt der Zeitpunkt da heißt es Abschied nehmen

 

In Ihrer Zeit bei uns haben unsere Samtpfoten uns so vieles gegeben , da sind wir es Ihnen auch schuldig sie gehen zu lassen .

Ich gebe zu , auch ich als Mann bin an diesen Tagen nie trockenen Auges davon gekommen , aber ich erinnere mich gerne und auch mit einem Lächeln auf meinen Lippen an meine Regenbogenkatzen .

Ich bin dankbar , das mit Gudrun mir eine liebe Freundin erlaubt hat den folgenden Text zu verwenden . Sie trifft mit einer Leichtigkeit genau die Worte , die ich nicht mal in intensiven Nachtsitzungen finden könnte .....

 

 

 

 

 

Gedanken im Gedenken

 

Gudrun  , Marl, Dienstag, 23. Juni 2009,


Es ist so schwer zu verstehen, wenn sie gehen oder gegangen sind. Sie, die uns mitunter jahrelang begleitet haben, gehen immer zu früh. Auch wenn es manchmal gut ist, dass sie gehen dürfen, ihnen Schmerz erspart bleibt, oder ihnen gar ein langer Leidensweg bevorstehen würde. Sie fehlen uns so sehr, dass es weh tut und man meint, dieser Schmerz würde nie vergehen. Aber irgendwann wird dieser Schmerz sanfter, ruhiger, er zerreist nicht mehr. Alle Selbstvorwürfe, Ängste, etwas falsch gemacht zu haben, sind zur Erkenntnis geworden, dass der Weg unserer Lieben leider zu Ende war und man ihnen auch mit aller Liebe nicht hat helfen können. Nein, es gibt nur diesen einen Weg und dieser Weg ist endlich. Aber wir sind es, die diesen Weg mit ihnen über eine lange Zeit gehen dürfen. Wobei das Wort "lange“ immer relativ ist.

Wir putzen hinter ihnen her, wenn sie krank oder einfach nur unsauber sind. Wir ärgern uns, wenn sie unsauber sind, weil ihnen irgendetwas nicht passt und versuchen dennoch, sie zu verstehen und ihnen zu helfen. Sobald es ihnen nicht gut geht, gehen wir mit ihnen zum Arzt. Wir leiden mit, wir leiden mehr, als bei uns selbst. Jedes veränderte/ungewohnte Verhalten macht uns Sorge. Wir verzeihen ihnen ein Stückweit, dass sie Raubtiere sind. Sie sind mitunter zickig, eifersüchtig wie Liebhaber, unsozial ihren Artgenossen gegenüber. Wir geben ihnen viel Zeit, sie kosten viel Geld. Und das alles nur, weil vier Pfoten und ein bisschen Fell voller Vertrauen in uns sind. Und wenn wir ehrlich sind, dieses Vertrauen wollen wir niemals enttäuschen. Ein Bedürfnis, dass in uns schlummert und nicht ausgesprochen werden muss.

Es fällt ja nicht einmal schwer, diesen ungeschriebenen Vertrag einzuhalten. Diese vier Pfoten und das bisschen Fell haben Eigenarten, Besonderheiten, Gewohnheiten und Unarten die uns nicht selten faszinieren, die uns inkonsequent werden und die uns lieben lassen. Sie geben uns das Gefühl, gebraucht zu werden – aber auch geliebt zu werden – und zwar bedingungslos. Nicht selbstlos, nein, sie fordern auch. Aber es ist ihnen vollkommen egal, welchen Stellenwert wir in der Gesellschaft haben, wie wir aussehen, was wir sind. Sie spüren nur das, was wir ihnen geben: die Liebe, die Zeit und auch den Schmerz, den wir bisweilen in uns tragen. Die Liebe, die Zeit, das Vertrauen – sie nehmen es mit auf die Reise in das andere Land. In ein Land, das wir uns für sie wünschen. In ein Land, das uns glauben lässt, dass sie dort gesund und voller Energie leben. Getragen von eben dieser Liebe, die sie von uns mitgenommen haben und die sie weitergeben können, an alle anderen Wesen,die keine Geborgenheit, kein Verständnis, keine Rücksichtnahme haben kennen lernen dürfen.

Aber wenn sie gehen, dann zeigt ihnen das von der Natur gegebene Feeling, dass ihr Weg zu Ende ist. Das Unabänderliche hat sie erfasst und sie spüren es. Sie spüren genau das, was wir erst einmal nicht fassen wollen. Keiner unserer Lieben würde jemals das Gefühl haben, im Stich gelassen worden zu sein. Sie vertrauen uns bis zum letzten Atemzug und das zu Recht. Denn keiner von uns würde in der letzten Minute aufgeben, kneifen oder gar unversucht bis zum Schluss kämpfen, soweit es noch möglich und sinnvoll ist. Und doch werden wir immer wieder zweifeln, ob wir richtig gehandelt, richtig behandelt und richtig entschieden haben. Keiner kennt unsere Lieblinge so wie wir – und doch zweifeln wir an unseren Entscheidungen, sind wütend, sind traurig und letztendlich einfach resigniert. Unser sonst so gut funktionierender Verstand reagiert nicht wirklich rational und er braucht die Trauer und auch die Wut, damit die Verzweiflung und Hilflosigkeit ein Ventil haben.

Wenn wir auf die Beziehung zu ihnen zurück blicken, erfahren wir auch tiefe Dankbarkeit. Der tiefste Dank heißt wohl einfach: Ich bin so dankbar, dass du in meinem Leben warst. Du hast mein Leben reicher, schöner und erfüllter gemacht. Wir erkennen, was wir füreinander waren, was wir uns geben konnten. Ich denke, das ist so viel und genau das wird uns endlos begleiten.


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